Virtual Reality: Chancen im Marketing

Virtual Reality: Chancen im Marketing

Virtual Reality – the next big thing! So pfiffen es in diesem Frühjahr zahlreiche Technikausstellungen von den Messeständen und Marketer begannen neue Hoffnung zu schöpfen. Denn in Zeiten von AdBlockern und Bannerblindheit scheinen VR-Ads die neue Wunderwaffe gegen die allgemeine Werbemüdigkeit zu sein. Das Zauberwort dabei heißt „Immersion“ – also das vollständige Eintauchen in die virtuelle Welt, die den Betrachter so fesselt, dass selbst Werbung zum gern gesehenen Erlebnis wird.

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Der aktuelle Stand der VR-Technik

Der Hype um das Spiel Pokémon GO lässt erahnen, welches Potenzial in Augmented (Erweiterte) und Virtual Reality steckt, wenn die Technik marktreif und massentauglich ist. Doch trotz des Optimismus den Samsung, HTC oder Playstation Anfang 2016 bei der Vorstellung ihrer VR-Produkte ausstrahlten, gibt es noch kein Gerät, dass bereits die Massen mobilisieren und in seinen virtuellen Bann ziehen konnte.

Einer der Hauptgründe dafür liegt im recht hohen Einstiegspreis. Hight-Tech VR-Brillen wie Oculus Rift, HTC Vive oder Samsung Gear kosten mehrere hundert Euro. Google bietet mit seiner Daydream eine günstige Alternative für 69 Euro, die aktuell jedoch nur mit dem Pixel Phone von Google kompatibel ist. Damit wäre der Preis wieder bei über 800 Euro.

Bisher findet man VR-Geräte also nur in den Haushalten der sogenannten Early-Adopter, aber schon jetzt produzieren Unternehmen, Zeitungen und Fernsehsender VR-Inhalte und testen wie sie sich für Werbezwecke nutzen lassen können.

Welche Chancen bietet Virtual Reality im Marketing?

Werbetreibende sind es gewohnt sich an die verändernde Techniklandschaft anzupassen. Und im Falle der virtuellen Realität sind sie es sogar, die die Technologie entscheidend voranbringen können. Denn mit zunehmendem Angebot an interessanten und innovativen Inhalten wird die Technik auch attraktiver für den einzelnen Konsumenten.

Gegenüber anderen Medien bietet Virtual Reality einige, wichtige Vorteile, die sich Marketer zunutze machen sollten:

  • Immersiv: Durch das vollkommene Eintauchen in die virtuelle Welt werden Ablenkungen durch die Realität gleichzeitig ausgeschaltet und der Nutzer nimmt die Werbebotschaft mit großer Aufmerksamkeit war.
  • Neu: Wer schon jetzt Virtual Reality für seinen eigenen Marketing-Mix nutzt, der kann von der Neuheit des Mediums profitieren. Denn das menschliche Gehirn ist so gestrickt, dass alles, was neu ist, auch als interessanter empfunden und somit aufmerksamer betrachtet wird.
  • Einprägsam: VR spricht nicht nur mehrere Sinne gleichzeitig an, sondern bietet den Nutzern ein intensiveres Erlebnis als es herkömmliche Medien können. Dadurch bleibt es leichter und auch länger im Gedächtnis.

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Welche Inhalte funktionieren in der virtuellen Realität?

Zum jetzigen Zeitpunkt reicht die Spannweite an Marketing-Inhalten von Pre-Roll-Ads und anderen Werbevideos bis hin zum immersiven VR-Spiel. Damit sind die schöpferischen Möglichkeiten, die Virtual Reality bietet noch lange nicht ausgenutzt, aber es ist ein Anfang.

Im Marketing kann Virtual Reality dabei helfen:

  • Produkteigenschafen, -features und -funktionen zu präsentieren
  • Ein bestimmtes Markenbild und USPs zu kommunizieren
  • Nutzer ein immersives und einprägsames Erlebnis zu bieten
  • Informationen und Rat für unentschlossene Kunden bereit zu stellen
  • Eine weitere Dimension beim Storytelling zur Verfügung zu stellen

Darüber hinaus bietet diese Technologie die Möglichkeit anhand von Eye-Tracking und anderen Analyse-Tools, das Nutzerverhalten umfassend auszuwerten. Mithilfe dieser Daten lassen sich zukünftig noch bessere und spannendere Inhalte für die virtuellen Welten schaffen.

Herausforderungen für das Marketing

Wenn hier von den Chancen der Virtual Reality die Rede ist, so muss dennoch gesagt werden, dass es auch ein paar Probleme zu überwinden gilt. Denn vor allem anderen müssen Werbetreibende Inhalte erstellen, die sich die Nutzer auch gerne ansehen. Da es noch keine AdBlocker für VR-Umgebungen gibt, sind die Nutzer gezwungen, die Werbung bis zum Ende anzuschauen oder mit ihr zu interagieren. Sollten sie sich in dieser Zeit langweiligen oder gar ärgern müssen, kann sich das negativ auf das Markenimage und die gesamte VR-Erfahrung auswirken.

Besten Beispiele für erfolgreiches VR-Marketing

Schon jetzt nutzen zahlreiche Unternehmen Virtual Reality zu Marketingzwecken. Dabei stechen vor allem die Beispiele heraus, die besonders kreativ und damit auch effektiv mit dem neuen Medium umzugehen wussten.

McDonald’s Happy Goggles
Zum 30-jährigen Jubiläum des Happy Meals in Schweden brachte McDonald’s eine ganz besondere Version des in Deutschland auch als Juniortüte bekannten Menüs auf den Markt. Die Kartonverpackung des Happy Meals ließ sich nach dem Vorbild des Google Cardboards einfach zu einer VR-Brille falten. Mit der passend dazu gelaunchten App namens „Slope Stars“, einem 360 Grad-Ski-Game, schaffte es McDonald’s Virtual Reality für tausende Kunden nutzbar und fassbar zu machen.

Coca Colas virtuelles Fußballstadion
Zur Fußball-WM 2014 in Brasilien hat sich der internationale Getränkehersteller Coca Cola ein besonderes Erlebnis für die Fans des Ballsports ausgedacht. Bei diesem VR-Event konnten sich die Teilnehmer nicht nur in einem virtuellen Fußballstadion bewegen, sondern auch in einem packenden Spiel messen. Videos und Fotos von dem immersiven Spiel und seinen Teilnehmern wurden anschließend über die Sozialen Netzwerke für weitere Marketingmaßnahmen genutzt.

#PROJECT360 von Mammut
Der Schweizer Hersteller von Bergsport-, Kletter- und Outdoor-Ausrüstung erreichte mit seinem Project360 große mediale Aufmerksamkeit. In diesem Projekt nahmen professionelle Bergsteiger 360°-Videos von ihrer Besteigung der Eiger Nordwand auf, die nun online oder als VR-App von Nutzern weltweit aufgerufen werden können. Mit dieser virtuellen Klettertour macht Mammut einen atemberaubenden Ort der Erde für Massen zugänglich, der sonst nur von einer Handvoll Menschen betreten werden kann.

Link: http://project360.mammut.ch/

Drei einfache Wege um ins VR-Marketing einzusteigen

Die hier vorgestellten Unternehmen zeigen in welche Richtung das VR-Marketing gehen kann. Doch nicht nur Global Player können sich diese junge Technik schon jetzt zunutze machen. Auch kleinere Unternehmen und Firmen haben schon jetzt die Möglichkeit ihre ersten Gehversuche in der virtuellen Realität zu machen.

Brillen oder Cardboards mit Branding

Zusammen mit einem Partner wie Tobra Promotion können Unternehmen eigene VR-Brillen oder -Bastelsets anfertigen und mit ihrem Logo bedrucken lassen. Wenn man sich an McDonald’s Happy Goggles ein Beispiel nimmt, dann lässt sich aus den meisten Produktverpackungen schnell ein solches Cardboard herstellen.

Einfache VR-Games und -Apps

Wie bereits erwähnt, gewinnt Virtual Reality vor allem durch die bereit gestellten Inhalte an Leben. Mit einem einfachen Arcade-Game oder einer interaktiven App, die zusätzliche Infos zu Produkten und ihren Eigenschaften bereithält, ist das Interesse der Nutzer sicherlich schon geweckt. In Zusammenarbeit mit VR-Marketing-Unternehmen lässt sich die nötige Software dafür schnell realisieren.

360°-Videos

Die wohl simpelste und aktuell noch recht effektive Methode, um mit Virtueller Realität erstmals in Kontakt zu kommen, sind 360°-Videos. Die 360°-Videotechnik hat dank GoPro, Google, Samsung und Co. in den letzten Jahren einen regelrechten Hype erlebt und ist dadurch auch für die meisten erschwinglich geworden. Mit einem 360°-Blick hinter die Kulissen des Unternehmens oder an Orte, die kaum jemand zu Gesicht bekommt, lassen sich viele Neugierige sicherlich begeistern.